Aktuelles rund um die Kulturkneipe

15.12.2018 bis 31.01.2019


Gleis1 KONTAKTE

Im o. g. Zeitraum ist Hans A. Graef verreist - KONTAKTE und Fragen bitte über Rainer Hofmann (rainer-hofmann@online.de) oder Inge Seibt (seibtwinterrain@t-online.de) oder Michael Wegele (mwgleis1@yahoo.de)


13.10.2018 bis 15.01.2019


NEUE Ausstellung: Vernissage zu „LE JOLI CHAOS“ mit Hans A. Graef & Jascha Wolfram

Unter dem Motto „Revoltierender Jung-Dadaist trifft Fluxus-Veteran zur gemeinsamen Ausstellung“ findet bis Mitte Januar in der Waldenburger Bahnhofsgalerie „Gleis1“ eine interessante Doppelausstellung statt, die der junge Künstler Jascha Wolfram (Eschental) zusammengestellt hat. Gezeigt werden Wolframs Werke zwischen Chaos und Ordnung, Politik und Kultur, darunter eine Vielzahl neuer Collagen und Gemälde sowie neuere Arbeiten und Graefs Dauerausstellung „ZwischenLagerZeitRaum“. So entstand als künstlerische Symbiose ein Dadaistisches Gesamtkunstwerk. Bei der Vernissage fand ein Literaturabend statt mit Jascha Wolframs Lyrik. Seine Überschrift: „Mein limbisches System tanzt cha cha cha und andere Existenzialitäten“.

Ergänzt wurde dies durch dada-theoretische Reflexionen von HA Graef und akustische Einspielungen von Helmut Kohl und Kurt Schwitters, ein weltberühmter Ur-Dadaist. Der enge Zusammenhang von surrealer Kunst, Readymades, Find-art, Beuys Sozialer Plastik und Dada-Antikunst wurde den Besuchern vorgeführt – die dadaistischen Gedicht Wolframs erzeugten Erstaunen und Heiterkeit. Hübsch, schön und nett entstand im Kunstbahnhof ein künstlerisches Chaos – eine regionale Kunst-Originalität.

Der 26jährige Wolfram studiert Bildende Kunst an Hochschule Dresden und arbeitet seit 10 Jahren als Künstler – er machte 2016 eine eigene Ausstellung in Schwäbisch Hall. Seine vielfältigen künstlerischen Einflüsse beginnen bei Picasso, Dada, Jean-Michel Basquiat, Cy Twombly und Rainald Grebe, auch Miró, Joan Mitchell und die Sex Pistols spielen eine Rolle. Dazu ein Picasso-Zitat: "Ich habe, wenn ich anfange zu malen eine Idee, aber nur eine ungefähre". Er hat prägende Eindrücke gewonnen auf Reisen nach Mexico, bereiste in den letzten Jahre Israel, Nicaragua, Guatemala, und Russland, wo er mit der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs war. Diese Inspirationen kann man in vielen Arbeiten erkennen, wo surreale Figuren, starke Farben, skurrile Formen und überraschende Objekte gestaltet und kombiniert werden. Collagen sind typisch für sein Dada. Aber man muss sich Zeit nehmen, die Fülle seiner Gemälde zu betrachten.

Seine Arbeitsweise bezeichnet er als expressionistisch: spontan, schnell und produktiv – und er hat keine Angst vor dem weißen Blatt. Sein Kunstbegriff: basiert auf der Erkenntnis, dass die Welt absurd ist. Expressionismus und Dada seien also die adäquate Form der Darstellung der Welt. Dabei spielt die Spannung zwischen Banalität und Intellekt, zwischen Camus und Punk, zwischen Verstand und Gefühl eine wichtige Rolle. Seine Werke passen gut zu Graefs Find-art Collagen, surrealen Fotografien und Rauminstallationen. Denn neben der Gleis1-Galerie befinden sich das Foyer und die Dada-Ausstellung „Die Ordnung der Dinge“, gut gefüllt mit biografischen Reliquien, Recycling-art und Junk-Objekten. Einfach schön das alles.