Januar bis Juni 2026
„Malerei und Heimatverlust“
Naser Sawabi
Die schwungvolle Vernissage am 11. Januar präsentierte eine sehenswerte Ausstellung des afghanischen Künstlers und Kunstprofessors Naser Sawabi aus der Millionenstadt Herat nahe der iranischen Grenze – mit farbprächtigen, symbolreichen Bildern voller Tiefe und Ausdruckskraft.
Seit drei Jahren arbeitet er mit Unterstützung der Gaildorfer IG Kunst in einem kleinen, feinen Atelier im 3. Stockwerk des Schlosses – ein Besuch dort lohnt sich unbedingt.
Im Begrüßungsgespräch mit Hans Graef, umrahmt von afghanischer Musik von Ali Soltani (Waldenburg) und im Beisein seiner Familie, erläuterte der Künstler eindrucksvoll seine Motive und seine künstlerische Haltung:
„Meine Malerei verbindet den Geist des Ostens mit dem des Westens. In dieser Begegnung entsteht ein neuer Raum – offen, träumerisch, grenzenlos. Ich lade den Betrachter ein, frei zu sehen und die
Bilder mit der eigenen Vorstellung zu vollenden.
Denn wahre Kunst geschieht im Moment des Sehens – dort, wo das Werk und der Blick sich begegnen.
Darum tragen meine Werke keine Titel. Ein Name würde den Blick lenken – doch ich wünsche mir, dass jeder Betrachter seinen eigenen Weg in das Bild findet, seine eigene Geschichte erzählt.
Kunst ist für mich ein stiller Ort der Freiheit – fern vom Lärm der Welt, wo wir wieder spüren, was es heißt, einfach zu sein.“
Im Anschluss entwickelten sich lebhafte, freundschaftliche Gespräche; zwei der Bilder fanden bereits Interessenten.
Die Ausstellung ist noch bis zum Sommer während der Veranstaltungen oder nach Vereinbarung zu sehen.
Infos unter: [email protected]
Impressionen von der Vernissage am 11.01.2026
September bis Dezember 2025
Das Herz einer Frau - der Inhalt einer Wurst
Werke von Runa Pohl
Runa Pohl (*1988 in Stuttgart) ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die in Schwäbisch Hall lebt und arbeitet. Sie ist Illustratorin, Kunst- und Kulturwissenschaftlerin sowie leidenschaftliche Bastlerin – mit einer ungewöhnlichen Begeisterung für Wurst.
Ihre oft autobiografischen Arbeiten bewegen sich zwischen hoher Kunst und spielerischer Kreativität. Sie nutzt verschiedenste Medien wie Papier, Mixed-Media-Installationen, Performance, Textilien und Skulptur – und kombiniert dabei hobbyistische Bastelmaterialien mit klassischen Techniken.
Impressionen von der Vernissage am 14.09.2025
Bei allem, was Runa Pohl macht, sitzt ihr der Schalk im Nacken. In der Einführung zu ihrer Vernissage verriet sie uns auch, woher der abgefahrene Titel ihrer Ausstellung kommt. Er geht zurück auf ein altdeutsches Sprichwort, und das geht so:
"Der Magen einer Sau,
der Inhalt einer Worscht,
das Herz einer Frau
sind immer unerforscht."
Kurator Martin Wolfram steht in punkto Schalk Runa Pohl in nichts nach, wenn er dichtet:
"Wurstfinger im Wurstsalat,
Fleischwurst im Naturdarmgetöse,
Mettwurst auf der Computerrrrtastaturrrr!
Gehäkelt oder aufgedröselt ist Stoffwurst lange haltbar,
bedenk jedoch, Salami ist die Dauerwurst.
Mir ist das Wurrst, mir ist das Wurrst."
Fotos von Martin Wolfram, Hans Graef, Sonja Reichert
Und nun ein bisschen Hintergrund
Was bedeutet der Ausstellungstitel „Das Herz einer Frau – der Inhalt einer Wurst“?
Die Botschaft: So wenig wie wir wirklich wissen, was in einer Wurst steckt, so oft wird auch so getan, als sei das „Herz einer Frau“ ein undurchschaubares, irrationales Mysterium – ein altes, sexistisches Stereotyp. Die Künstlerin spielt mit diesem Klischee, kritisiert es, zeigt aber zugleich auf humorvolle Weise, dass auch das eigene Herz voller Überraschungen, Widersprüche und manchmal ebenso absurd sein kann wie der Inhalt einer Wurst. Mit Witz, Ironie und Handarbeit begegnet sie diesem Bild – und zeigt in humorvollen Illustrationen, Comics und gehäkelten Würsten, wie sich gesellschaftliche Kritik und absurde Komik genussvoll verbinden lassen.
Inspiriert vom Dadaismus, feiert Runa Pohl das Absurde und Banale im Alltag. Ihre Werke laden dazu ein, Gewöhnliches neu zu sehen und die Lust am Unsinn ernst zu nehmen.
Sie studierte Kunst- und Kulturwissenschaften am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und arbeitete u.a. an Projekten wie einer Videoanimation für SKOLL.digital (2022) und der Illustration des Kinderbuchs RUFUS – Die Weihnachtsmaus (2017). Ausstellungen u.a. beim Ars-Connectit-Festival (2023/24) und im Brückenhaus Ludwigsburg (2019) zeigen die Vielfalt ihres Schaffens.
www.runapohl.de Instagram: @runapohl
Ein kleiner Ausschnitt von der Ausstellung läuft hier:
Kulturkneipe Gleis 1 e.V.
Am Bahnhof 1, 74638 Waldenburg